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Pressespiegel

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HEIDELBERG - Jahrbuch zur Geschichte der Stadt
Hrsg. vom Heidelberger Geschichtsverein
erscheint jährlich seit 1996
 

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Kontakt:


Kurpfälzischer Verlag

Dr. Hermann Lehmann
Dreikönigstraße 10
D-69117 Heidelberg

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Rhein-Neckar-Zeitung
Jahrbuch Bd. 1

Heidelberg
18./19. 09.1996


























Pünktlich zum 800jährigen Jubiläum hat der Geschichtsverein Heidelberg.der seit 1993 besteht, erstmals ein Jahrbuch zur Geschichte der Stadt herausgegeben.

Das Erstlingswerk ist in fünf ver­schiedene Bereiche auf geteilt. Der erste befaßt sich mit der Stadtgeschichte. Drei Aufsätze zeigen die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, die Geschichte des Neckarufers und den Industrie-standort Heidelberg um die Jahrhundert­wende auf. Im zweiten Teil beschäf-tigen sich die Autoren mit der Baugeschichte der Neckarstadt; dabei werden sowohl archäologische als auch bauhistorische Ergebnisse zu den Anfängen Heidelbergs beleuchtet. Über den Stadtgrundriß ist ebenso zu lesen wie über die Geschichte der Wieblinger Mühle. Nicht Zuletzt ist die Architektur des Rathauses beschrieben.

Danach wird der interessierte Leser unter dem Punkt Verschie­denes über eine anonyme Messe für Kurfürst Ottheinrich und über einen bislang unveröffentlichten Brief Gottfried Kellers informiert. Aber auch dem dunklen Kapitel der jüngeren deutschen Geschichte werden drei Aufsätze gewidmet: Die jüdische Familie Morgenthal, der politische Spielraum eines Oberbürgermeisters im Nätionalsozialismus und Zwangsarbeit in den Jahren 1940 bis 1945 sind dabei die Themen,

Schließlich wird im vierten Ab­schnitt der 'Arbeit von Museen und Archiven mit den Beiträgen zum Stadtarchiv und mit einer Bilanz der Ausstellung „Verführt und verraten" Rechnung getragen. Zum Schluß werden in sechs Traktaten verschiedene Publikationen zur Stadtgeschichte rezensiert.

Das erste Jahrbuch der Stadt Hei­delberg wendet sich an einen brei­ten Leserkreis, der sich von Men­schen mit Interesse für alles Lesenswerte rund um die Stadt bis hin zu Fachhistorikern erstreckt. Es bietet neue Aspekte der Neckarstadt, die nicht in jedem Buch nachzulesen und teilweise selbst für Insider noch unbekannt sind.
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Württembergisch Franken,
Jahrbuch Bd. 9
/ 2005

von Gerhard Fritz

 

Historischer Verein für Württembergisch Franken
Schriftleitung

 


„Württembergisch Franken“:
Keckenhof 6
(Hällisch-Fränkisches Museum),
74523 Schwäbisch Hall

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heidelberg besitzt bekanntlich eine alte und berühmte Universität mit nicht minder prominenten Geschichtsprofessoren. Im Schatten der Universität hatte es die städtische Geschichtsschreibung immer schwer, und es hat bis 1996 gedauert - viel länger als in mancher kleineren Stadt -. bis ein Organ zur Publikation von Beiträgen zur Stadtgeschichte entstanden ist. Es waren erstaunlicherweise nicht die Stadt und ihre Behörden, die diese längst überfällige Initiative ergriffen haben, sondern der verdienstvolle, erst 1993 gegründete Heidelberger Geschichtsverein. In der Tat sind nun die Historiographie an der Universität und die Historiographie zur Stadtgeschichte zwei völlig getrennte Bereiche, die - wie auch das Autorenverzeichnis des hier anzuzeigenden Bandes ausweist - erstaunlich wenig personelle Verflechtungen haben. Dabei leistet das Jahrbuch die Basisarbeit, die die Grundlagen zu den generalisierenden Aussagen der Universitätshistoriker liefert.

Der vorgelegte Band 8 enthält vier größere Aufsätze zur Stadtgeschichte, einen zur Baugeschichte, elf Miszellen, vier „Berichte" und abschließend einen Rezensionsteil. In den größeren Aufsätzen zur Stadtgeschichte befassen sich Achim Wendt und Manfred Benner (,„... des lieux depuis si long temps condamnes au silence.' Archäologische Spurensuche auf der oberen Burg auf der Molkenkur', S. 9-40) mit der oberen Heidelberger Burg, die heute praktisch spurlos verschwunden ist. Die Molkenkur ist ein Ausläufer des Königstuhls, auf dem bis zum blitzschlagsbedingten Abbruch 1537 diese obere, ältere Heidelberger Burg lag. Den beiden Autoren gelingt es nicht nur, einen vergessenen Grabungsbericht von 1902 ausfindig zu machen, sie können aufgrund einer 2001 durchgeführten Grabung in der Tat Fundmaterial und Mauerzüge vom 12. bis zum 15. Jahrhundert nachweisen und die Anfänge der Burg mit einiger Wahrscheinlichkeit dem staufischen Pfalzgrafen Konrad zuschreiben.

Rudolf Walter schreibt „Zur Musikpflege am Heidelberger Jesuitenkolleg im 18. Jahrhundert" (S. 41-64), Claudia Rink über „Jüdisches Leben in Rohrbach" (S. 65-88) und Hans-Martin Mumm stellt die Haltung des Heidelberger Oberbürgermeisters Neinhaus zu den in der Stadt ansässigen Sinti zusammen (,„XXII Polizei. Nr. 2 Sicherheit. Maßnahmen gegen Zigeuner'. Carl Neinhaus und die Heidelberger Sinti 1935/36", S. 89-97). Neinhaus, der als einer der wenigen Oberbürgermeister auch nach 1945 im Amt blieb, zeigte sich in der untersuchten Affäre als Taktierer. Werner Leibrecht schreibt in seinem Beitrag zur Baugeschichte über „Die Villa Krehl in Heidelberg" (S. 99-116).

Die „Berichte" stellen zum einen Heidelberger Museen und Archive vor, außerdem enthalten sie einen Überblick über „Funde und Ausgrabungen in und um Heidelberg 2000-2002". Erstaunlich ist, dass manche Miszellen im Umfang einzelne Beiträge aus dem Aufsatzteil deutlich übertreffen, so dass die Gliederung in die genannten fünf Teile des Jahrbuches nicht immer ganz einleuchtet. Trotzdem ist das neue Heidelberger Jahrbuch -wie schon seine Vorgänger - im höchsten Maße lesenswert, so dass man dem vereinsgetragenen Unternehmen des „Jahrbuchs zur Geschichte der Stadt" weiterhin guten Fortgang wünscht.
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Rhein Neckar Zeitung
Jahrbuch Bd. 16
/
2012


von Heide Seele



Heidelberg
10/11.12.2011


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


















Ahnte Hermann Maas den Holocaust voraus ?

Mehrere Autoren erinnern im neuen Heidelberger Geschichtsjahrbuch an jüdische Schicksale in der NS-Zeit

Vor einigen Monaten starb der Historiker Frank Moraw. Die Erforschung jüdischen Lebens und jüdischer Schicksale in Heidelberg und Region war ihm seit Jahrzehnten ein Herzensanliegen. Vor allem der Heidelberger Geschichtsverein (und die Rhein-Neckar-Zeitung) hatten seinem Engagement viel zu verdanken. So kam er unter anderem zum Schluss, dass die lange propagierte These, die Gestapo hätte die Heidelberger Juden vor ihrer Deportation auf dem Marktplatz zusammengetrieben, nicht stimmt.

Am Beispiel von Zeugenaussagen beweist er, dass die jüdischen Bewohner des Hauses Markt 7 wie der Landfriedstraße 14 und der anderen „Judenhäuser" - in diese waren jüdische Familien zwecks Ausgrenzung eingewiesen worden - im Oktober 1940 mit einem Mannschaftswagen der Polizei „abgeholt" und zum damaligen Hauptbahnhof an der Rohrbacher Straße gebracht wurden. Von hier beförderte man sie ins berüchtigte Lager Gurs im noch unbesetzten Frankreich.
In Moraws Studie im soeben erschienenen „Heidelberger Jahrbuch zur Geschichte der Stadt" lernt der Leser die Schicksale der Familien Durchlacher und Oppenheimer kennen, die eingebettet sind in die politischen Verhältnisse der NS-Zeit. Der Autor verweist auf das Interesse der Organisatoren der Massendeportationen am reibungslosen Ablauf ihrer Aktionen und erinnert an den mutigen Heiliggeist-Pfarrer Hermann Maas, der frühzeitig das Ausmaß der Verschleppungen erkannte. Moraw mutmaßt sogar, dass Maas hier schon das Menschheitsverbrechen Holocaust ahnte.

Ein Einzelschicksal wählte auch Reinhard Riese für seine Studie über den Historiker Erich Kaufmann-Bühler (1899-1967). Der national gesinnte Deutsche jüdischer Abstammung, der 1933/34 diskriminiert, und aus dem Schuldienst entlassen wurde, war mit einer aus einer jüdisch assimilierten Familie stammenden Frau verheiratet, die mit sechzehn Jahren zum Christentum konvertiert war. Sie wurde, obwohl das jüngste ihrer fünf Kinder erst acht Monate alt war, kurz vor Kriegsende im Februar 1945 ins KZ Theresienstadt verschleppt. Zum Glück überlebte sie. Auch ihr Mann, der schwere Diskriminierung und Entlassung aus dem Schuldienst zu ertragen hatte, litt jahrelang unter fanatischen Nationalsozialisten und Antisemiten - bis zu seiner Rehabilitierung nach 1945. Da engagierte sich Kaufmann-Bühler politisch und war von 1947-49 Schulleiter des Bunsen-Gymnasiums.

Der dritte Beitrag des Jahrbuches, der sich mit jüdischer Thematik befasst, ist Maike Rotzolls und Klaus Wiedemanns Bericht über das Schicksal des Paares Maximilian und Zilla Neu, die - wie über 6500 Leidensgenossen aus Baden und der Pfalz - in das Lager von Gurs verschleppt werden sollten. Nach einem Abend, den sie mit Hermann Maas verbracht hatten, sollten sie am nächsten Morgen „abgeholt" werden. Der Polizist, dem sie wohl bekannt waren, entschuldigte sich. Das Paar zog sieh unter einem Vorwand zurück und nahm Zyankali. Es wurde erzählt, dass sie schon zuvor von einem Abtransport bedroht waren, aber die Weststadt-Bewohner sich schützend vor sie gestellt hätten. Schön, wenn das wahr wäre.
Auch die übrigen Beiträge des neuen Jahrbuches sind lesenswert, etwa Hans- Martin Mumms einleitende Untersuchung zum Namen der Heiliggeistkirche oder Peter Zimbers und Claus D. Hillebrands Bericht über Justus Reuber (1542- 1607), einen „Westfalen als kurpfälzischer Kanzler". Michael Roth widmet sich der Beziehung zwischen Kurfürst Karl Ludwig und der Providenzkirche, Patrick Heinstein dem Thema „Klassikrezeption im romantischen Milieu: Schiller und Heidelberg (Teil III)".

Maike Rotzoll, Volker Roelcke und Gerrit Hohendorf erinnern an den unmenschlichen Mediziner Carl Schneider, und Angela Weirich und Georg F. Hoffmann schreiben über den Medizinstudenten Erich von Baeyer (1909-1990), der treffsichere Porträtzeichnungen Heidelberger Professoren anfertigte. Weitere Autoren des Buches sind Hans Gercke (zum Brunnen-Projekt Dani Karavans auf dem Uniplatz), Peter Koppenhöfer. Ewald Keßler, Peter Seng und Jochen Goetze. Zahlreiche Buchrezensionen komplettieren das wieder ergiebige Jahrbuch.
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Rhein-Neckar-Zeitung
Jahrbuch Bd. 17 /2013

 

Heidelberg
08./09.12.2012

Geschichte und Geschichten:
                      "Bettlektüre im besten Sinne"

Neues Jahrbuch des Geschichtsvereins vorgestellt   -
Mumm sieht Forschungslücke in Heidelbergs Militärgeschichte

 
von Sabine Hebbelmann
Die Vorstellung des Jahrbuchs 2013 des Heidelberger Geschichtsvereins sorg-te für eine proppenvolle Buchhandlung Himmelheber. Kein Wunder, präsentiert der 320 Seiten starke Band doch Ge-schichte und Geschichten der Stadt vom 14. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
           Viele Wittelsbacher Anekdoten seien darunter, erzählte Hans-Martin Mumm, Leiter des Kulturamts der Stadt und Vor­sitzender des Heidelberger Geschichtsvereins. Das passe gut zu den im kommenden Jahr anstehender Ereignissen: der Wittelsbacher-Ausstel-lung in den Reiss-Engelhom-Museen und den Jubiläen Heidelberger Katechismus und „Traumhochzeit" (Friedrich V. und Elisabeth Stuart). Angesichts des Abzugs der Amerikaner und der Nato hätte er sich al­lerdings mehr Beiträge auch in diese Richtung gewünscht. Es gebe keine Hei­delberger Militärgeschichte, eine Forschungs-lücke, die unbe-dingt geschlossen werden sollte. Trotzdem wurden auch in diesem Jahr so viele andere Beiträge ein­gereicht, dass nicht alle abgedruckt wer­den konnten.
           Einen unterhaltsamen und mit per­sönlichen. Einsichten gewürzten Überblick vermittelte der Medizinhistoriker Professor Wolf-gang Eckart. Für den Ersten Weltkrieg sei ein kompakter Band zur Lazarettgeschichte Heidel-bergs in Vorbereitung, der auch die Stim-mung am Bahnhof bei der Abfahrt der Soldaten und der Ankunft der Verwundeten beschreibe, so Eckart. Auch werde er immer wieder darauf gestoßen, dass in Heidelberg neben der be-kannten „schönen" Literatur der Romantik auch Kriegsverherrlichendes zu Papier gebracht wurde. Er stellte fest, dass das Jahrbuch „auch ein Frauen-band" sei, in dem Frauen eine geradezu dominante Rolle spielen: Petra Nellen etwa beschäftigt sich mit Marco Bims Monografie über die Anfänge des Frauenstudiums an der Universität Heidelberg; Jürgen Zieher mit einem Buch über die erste Heidelberger Professorin Gerta von Ubisch und Peter Zimber mit dem Leben und Wirken der Dichterin Auguste Pattberg, die Volkslieder aus dem Odenwald sammelte.
           Mit den Heidelberger Jahren der Prinzessin Sophie von der Pfalz beschäftigt sich eine intime und lebensnahe Milieu­studie von Sean Ward, die auch den in der Korrespondenz mit Karl Ludwig fest-gehaltenen sehnsüchtigen Blick der späteren Kurfürstin von Hannover auf Heidelberg wiedergibt. Frühe „Memories of Heidelberg" sei-en das, so Eckart.
           In einem Beitrag holt Klaus Winkler den Arzt und Komponisten Andreas Grundler und einige seiner musikalischen Werke ans Licht. Er habe im Schatten seiner italienischen Frau, der gelehrten Huma-nistin Olympia Fulvia Morata, gestanden.
           Weitere interessante Themen: Jochen Goetze zeigt, wie sich die Uni-versität Heidelberg nach der Vertreibung der Juden im 14. Jahrhundert deren Häuser angeeignet hat und so die Universität auf Raub und Vertreibung gegrün-det sei. Zum Aufsatz Maike Rotzolls über die Entstehung der Sozialpsy-chiatrischen Klinik Heidelberg sagte Eckart, im Gegensatz zu der damals gängigen „mörderischen Praxis" sei erstmals auf die sozialen Bedürfnisse Rücksicht genommen worden. Die Klinik sei Vorgängerin des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit Mannheim gewesen.
          Antworten auf eine klar formulierte Frage gibt Hans-Martin Mumm: „Kam der Architekt des Heiliggeistchors aus der Oberpfalz?" Ausgehend von der Höhe der Strebepfeiler nimmt er die Bauge-schichte der Heiliggeistkirche auseinander. Dabei stellt er Beziehun-gen auch zur imposanten Frauenkirche in München her, die im Wett-streit um machtvolle Repräsentation als Siegerin hervorgegangen sei.
           Dass während der Glaubenskriege auf dem Heidelberger Marktplatz Blut floss, zeigt Ulrich Wagner in seinem Aufsatz, der die Rolle Ludwigs V. von der Pfalz im Bauernkrieg 1525 beleuchtet. Auf die im vergangenen Jahr von der Stadt Heidelberg herausgegebenen vier Bände „Erlebte Geschichte erzählt" 2005 bis 2010 weist Ingrid Moraw in einer Rezension hin.
           Alles kann hier nicht erwähnt werden, nur soviel sei verraten: Als „Bettlektüre im besten Sinne", bezeichnete Eckart das Jahrbuch des Ge-schichtsvereins. Und als Geschenk an die Stadt kurz vor Weihnachten.
 
 

Am Ende gab es nur noch Stehplätze bei der Buchvorstellung
mit Prof. Wolfgang Eckart und Hans-Martin Mumm

Foto: heb